Warum ein Gefäßcheck so wichtig ist
Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Todesursachen – oft, ohne dass Betroffene zuvor Beschwerden verspüren. Ein Gefäßcheck kann Veränderungen an den Gefäßwänden wie Arteriosklerose frühzeitig sichtbar machen, noch bevor es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommt.
Allerdings greifen viele Standarduntersuchungen zu kurz: Zwar werden Blutdruck und Cholesterinwerte gemessen, doch zentrale Risikofaktoren wie stille Entzündungen, oxidativer Stress oder die Funktion der Gefäßinnenhaut (Endothel) bleiben unberücksichtigt.
Was bedeutet ein „ganzheitlicher Gefäßcheck“?
Ein ganzheitlicher Gefäßcheck geht deutlich über die Basisdiagnostik hinaus. Er kombiniert klassische Risikofaktoren mit modernen, erweiterten Verfahren wie:
- Intima-Media-Messung (IMT): Früherkennung arteriosklerotischer Veränderungen
- HRV-Analyse: Bewertung der vegetativen Regulation und Stressbelastung
- Labordiagnostik: Analyse von Entzündungsmarkern, Mikronährstoffen, Lipoprotein(a), Homocystein und Cholesterin-Unterfraktionen
Auf diese Weise entsteht ein umfassendes Bild der Gefäßgesundheit und Risikosituation – lange bevor erste Symptome auftreten.
Die Rolle stiller Entzündungen und Mikronährstoffe

Chronische, niedriggradige Entzündungen („silent inflammation“) gelten heute als Schlüsselfaktor in der Entstehung vaskulärer Schäden. Bereits geringe Erhöhungen von hsCRP, IL-6 oder TNF-α können die Bildung von Plaques fördern – selbst bei unauffälligem Cholesterinstatus.
Auch Mikronährstoffe spielen eine entscheidende Rolle: Ein Mangel an Vitamin B6, B12, D oder Spurenelementen wie Selen und Magnesium kann die Gefäßfunktion beeinträchtigen, oxidativen Stress verstärken und damit die Endothelfunktion verschlechtern.
Eine gezielte Analyse und gegebenenfalls therapeutische Korrektur dieser Faktoren ist integraler Bestandteil des ganzheitlichen Konzepts.
Mikrobiom, Gefäßfunktion und Herzgesundheit
Neuere Erkenntnisse zeigen, dass auch das intestinale Mikrobiom über die sogenannte Darm-Gefäß-Achse die Gefäßgesundheit beeinflussen kann. Stoffwechselprodukte bestimmter Bakterien – wie Trimethylamin-N-oxid (TMAO) oder kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat – wirken entweder entzündungsfördernd oder gefäßschützend.
Ein gestörtes Mikrobiom kann:
- die Barrierefunktion der Darmwand schwächen („Leaky Gut“),
- systemische Entzündungsprozesse fördern,
- die Funktion des Endothels beeinträchtigen.
Eine ganzheitliche Risikoabschätzung kann Hinweise auf solche Zusammenhänge liefern und gegebenenfalls durch eine Mikrobiomanalyse sowie gezielte Darmsanierung ergänzt werden.
Für wen ist ein Gefäßcheck sinnvoll?
Ein ganzheitlicher Gefäßcheck empfiehlt sich besonders für:
- Personen mit familiärer Vorbelastung (Herzinfarkt, Schlaganfall)
- Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen
- Patientinnen und Patienten mit chronischem Stress, Schlafmangel oder Bewegungsmangel
- Frauen nach der Menopause
- Alle, die ihre Gefäßgesundheit aktiv erhalten möchten
Fazit: Prävention beginnt mit Erkenntnis
Ein ganzheitlicher Gefäßcheck liefert mehr als nur Zahlen. Er erkennt funktionelle Störungen, analysiert individuelle Risikoprofile und ermöglicht zielgerichtete Prävention – weit über Standardwerte hinaus.
In unserer Praxis in Koblenz verbinden wir fundierte internistische Diagnostik mit modernen Verfahren der Präventionsmedizin. Ziel ist es, Herz-Kreislauf-Risiken frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit Ihnen ein individuelles Gesundheitskonzept zu entwickeln.